Brennnessel – weckt die Amazone in Dir

„Die Brennnessel wäre schon längst ausgerottet,
wenn die Menschen von Ihrem Wert wüßten.“
 
Ich liebe Kräuter. Vor allem Wildkräuter.

2008 habe ich eine Kräuterheilkunde Ausbildung nach Paracelsus in München gemacht, die meine Sicht auf die Gaben der Natur radikal verändert hat. Es ist alles da. Gerade jetzt im Frühling wächst die Hausapotheke vor der Tür rasant. Leider geht das Wissen über die Heilkräfte der Natur immer mehr verloren. Deshalb möchte ich Dir heute eine Universalheilpflanze vorstellen, die jeder erkennt und auch schon kennengelernt hat 😉 : die Brennnessel.

Sie ist unter anderem dem kriegerischen Mars zugeordnet, der für Willensstärke und Wehrhaftigkeit steht. Gut für Frauen, die schwer „nein“ sagen können, sich nicht durchsetzen können und Schwierigkeiten haben, zu sich zu stehen. Sie ist aber auch eine Kraftspenderin und hilft bei Energiemangel und Antriebslosigkeit, gerade auch bei Frühjahrsmüdigkeit.

Sie ist die beste heimische Eisenpflanze und Blutbildnerin. Ihre anregende Wirkung auf die Blutbildung ist mit der von schulmedizinischen Eisenpräparaten vergleichbar, nur dass die Brennnessel wesentlich vertretbarer ist.

In den Brennhaaren sind schlangengiftähnliche Reizstoffe (Toxalbumine und Histamin), sie ähneln Injektionsnadeln und zeigen Sympathie zu stechenden Leiden wie Rheuma, oder Gicht. Auch bei allergischen Hautleiden (z.B. Neurodermitis) kann sie helfen.

Tee aus Brennesselkraut wirkt harntreibend und leitet Harnsäure aus. Gerade die frischen Triebe als Blutreinigungstee im Frühling feuern die Lebenskräfte an. Im Alpenraum gilt sie daher als Tonikum (ähnlich Ginseng).

In der Volksmedizin erkannte man in den Brennhaaren auch ein pflanzliches Ebenbild zur Kopfbehaarung und nannte die Brennnessel daher auch Haarwurz. Ein Haarwasser aus der Wurzel regt das Haarwachstum an. Ebenso die Brennesselsamen täglich gegessen auf Brot oder im Salat haben eine haarwuchsfördernde Wirkung.

Wo wächst die Brennnessel? Überall. Sie setzt sich überall durch: nicht selten sprießen die „Mauerblümchen“ aus den Mauerritzen hervor und sind in der Lage, sogar den Stein zu brechen. Paracelsus erkannte darin die Signatur der steinbrechenden Arznei:

„Du wirst dir merken, das ein steinbrechendes Mittel einen Stein leicht bricht.“

Als Faserpflanze früher genutzt für „Arme-Leute-Kleidung“, schenkt sie auch uns Form und Struktur: sie wirkt kräftigend auf das Bindegewebe und die Venen.

Es würde den Rahmen hier sprengen, alle Ihre Heilkräfte aufzuzählen. Aber der Vollständigkeit halber hier noch ein paar Indikationen:

Anämie, Blasenentzündung, Rheuma, Hauterkrankungen, Nachtschweiß, Immunschwäche, Leber- und Gallenleiden, Haarausfall, Harnsteine, mangelnde Milchbildung, Prostataleiden, Impotenz, Durchfall, Müdigkeit.

Ernte

Die Blätter werden in den Monaten Mai, Juni und Juli gesammelt (die frischen Triebe/ Spitzen), die Wurzeln im Frühjahr und Herbst, die reifen Samen im Sommer.

 

Brennesselsuppe (6 Personen)

25g Butter
1 Zwiebel, fein gehackt
2 Knobizehen, zerkleinert
400g Kartoffeln, geschält, zerkleinert
450g frische Brennesseln
1l Gemüsebrühe
150g Creme fraiche
Muskat, Salz, Pfeffer

  1. In einem großen Topf Zwiebeln und Knobi mit Butter anbraten.
  2. Kartoffeln und Brennnesseln dazugeben und weitere 2 Min. mit anbraten.
  3. Mit der Gemüsebrühe aufgießen und zugedeckt ca. 15 Min. weiter köcheln.
  4. Alles pürieren. Creme fraiche unterrühren.
  5. Mit Gewürzen abschmecken.

 

Brennesselbutter (4 Personen)

100g Butter
1 TL Salz
etwas Olivenöl
1 Knobi
Saft 1/2 Zitrone
150g Brennesseln

  1. Alles, bis auf die Brennnesseln schaumig rühren.
  2. Die gehackten Brennesseln unterrühren.

 

Brennesselverreibung gegen Blutarmut
(nach Magret Madejsky)

Der höchste Eisengehalt ist zu erwarten, wenn man die jungen Brennesseltriebe Anfang Mai, möglichst bei zunehmenden Mond erntet.

  • Brennesselblätter nicht waschen, aber gut verlesen
  • auf einem Frettchen zerschneiden, am besten zu einem feinen Pflanzenbrei verarbeiten
  • den Pflanzenbrei wiegen, in einen Mörser geben und mit der gleichen Menge Milchzucker einige Minuten verreiben, bis ein grüner Brei entsteht
  • den Brei messerrückendick auf Backpapier streichen und 2-3 Tage an einem luftigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung trocknen lassen
  • die getrocknete Masse grob zerkleinern, erneut in den Mörser geben und pulverisieren
  • das Pulver am besten dunkel und trocken aufbewahren, dann hält es sich 1-2 Jahre lang.
  • Anwendung: bei Eisenmangelzuständen täglich mehrmals 1 Teelöffel in trinkwarmen Tee oder Wasser aufgelöst einnehmen.

Vielleicht nimmst du dir bei deinem nächsten Spaziergang eine kleine Tüte/Korb mit und sammelst dir ein paar frische Triebe. Ich nehme keine Handschuhe, man muss sie einfach nur gut anpacken mit Daumen und Zeigefinger….so brennt es fast gar nicht… 😉 Achte darauf, daß du nicht vom Wegesrand oder bei gespritzten Feldern sammelst. Aber es gibt im Wald und auf Wiesen genügend gute Sammelstellen.

 

Viel Spaß & alles Liebe,

Nina

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